Es geht auf Weihnachten zu und heute im Notdienst braucht jeder 2. Patient etwas für seine Erkältung. Die Nase läuft oder ist verstopft, der Hals kratzt, der Husten quält– und nun? Die Werbung im Fernsehen zeigt es gerade in dieser Jahreszeit immer wieder – nimmt man das „richtige“ Medikament ist man über Nacht oder in wenigen Tagen wieder topfit.

Klar, es gibt bekannte chemische Präparate mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Acetylsalicylsäure in Kombination mit Pseudoephedrin, Chlorphenamin, Coffein,Dextromethomorphan oder Doxylamin. Sie versprechen eine schnelle Wirkung, die sie auch tatsächlich haben- nur kommt die Erkältung in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit wieder zurück und das oft auch noch schlimmer als vorher. Mit diesen Kombipräparaten schießt man mit Kanonen auf Spatzen, so dass man auf jeden Fall trifft, aber auch großen Schaden anrichtet. Die meisten Erkältungen verlaufen ohne Fieber, so dass der fiebersenkende Arzneistoff in den Kombimitteln überflüssig ist. Und nicht jeder hat Husten und Schnupfen gleichzeitig, so dass es sich lohnt, immer die Symptome zu hinterfragen.

Meist beginnt die Erkältung mit Kopfschmerzen und einem undefinierten Krankheitsgefühl. Es können Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber dazukommen. Die Nase verstopft und es entwickelt sich eventuell eine Nasennebenhöhlenentzündung. Halsschmerzen können dazu kommen, ausgelöst durch Sekret, das den Nasen-Rachenraum entlang läuft. Der Husten beginnt meist trocken und bellend, um nach wenigen Tagen in einen verschleimten Husten überzugehen. Alle diese Symptome können auftreten, müssen sie aber nicht. Eine echte Grippe unterscheidet sich von einer Erkältung in der Schnelligkeit des Krankheitsverlaufes. Bei einer Virusgrippe bekommst Du häufig sehr plötzlich hohes Fieber und fühlst sich von jetzt auf gleich sehr krank.

Aber was hilft denn nun? Wie werde ich schnell wieder gesund und kann meine Symptome lindern?

Gehst Du mit Deiner Erkältung zum Arzt, bekommst Du nicht selten ein Antibiotikum-Rezept. Erkältungen sind allerdings virusbedingt, so dass das Antibiotikum nicht gegen den Verursacher der Erkältung helfen kann. Lediglich sogenannte bakterielle Sekundärinfektionen (Infektionen, die sich zusätzlich zum viralen Infekt entwickelt haben) werden bekämpft. Sekundärinfektionen kannst Du an der Verfärbung der Sekrete Deines Körpers erkennen. Normalerweise sind Nasen- und Hustensekret klar, eine Gelb- oder Grünfärbung spricht für eine bakterielle Infektion. Wichtig ist in diesem Fall allerdings, dass Du zusätzlich zu dem Antibiotikum ein Präparat zum Lösen des Schleimes in Nase oder Bronchien nimmst, denn das Antibiotikum tötet nur die Bakterien ab, die sich in dem Schleim angesiedelt haben, löst diesen aber nicht, so dass sich, wenn Du Pech hast, in den Sekreten erneut Bakterien ansiedeln können. Das merkt man immer dann, wenn der Patient 10-14 Tage nach Antibiotikum-Einnahme über erneute Beschwerden klagt. Die Erkältungen sind nicht, wie dann so oft gesagt wird, in diesem Jahr besonders hartnäckig, sondern sie sind einfach nicht ausreichend behandelt worden. Dazu kommt, dass unser Immunsystem durch die Einnahme eines Breitband-Antibiotikums angegriffen wird und seine Schutzwirkung eingeschränkt ist. Unser Immunsystem sitzt nämlich zum Großteil bei uns im Darm und das Antibiotikum unterscheidet bei seiner Wirkung nicht zwischen den krankmachenden Bakterien in Nase oder Bronchien und den wichtigen Bakterienstämmen unserer Darmflora. Diese fehlende Selektivität ist auch die Ursache für Scheidenpilzinfektionen bei Frauen nach der Einnahme von Antibiotika.

Deswegen ist es auch immens wichtig, nach der Einnahme eines Antibiotikums die Darmflora mithilfe eines Probiotikums wieder aufzubauen. Ich empfehle Dir hierfür die Darmflora select Kapseln von Dr. Wolz, von denen Du 20 Tage lang 4 Stück täglich nehmen solltest.

Und wenn die Nase dicht ist?

Bei verstopfter Nase und einer drohenden Nasennebenhöhlenentzündung eignet sich zum Lösen des Schleimes am allerbesten Sinupret von Bionorica. Ob die Nebenhöhlen betroffen sind, findest Du sehr leicht raus, in dem Du den Kopf vornüber beugst. Fühlst Du einen unangenehmen Druck im Kopf, ist es höchste Zeit für Sinupret. Dieses Medikament ist rein pflanzlich, es enthält Enzianwurzel, Eisenkraut, Holunderblüten, Sauerampferkraut und Schlüsselblumenblüten. Für Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene eignet sich Sinupret extract, da man nur 3x täglich einen Dragees nehmen muss, anstatt 3x täglich 2 Dragees wie beim Sinupret forte. Und für Kinder ab 2 Jahren nimmst Du am besten den Saft von Sinupret und dosierst mit dem beigefügten Messbecher. Die enthaltenen Heilpflanzen lösen den festsitzenden Schleim und die Schwellung der Nasenschleimhaut geht zurück. Damit der Schleim gut abfließen kann, solltest Du während der Einnahme von Sinupret 3x täglich ein gutes abschwellendes Nasenspray nehmen, am besten ohne Konservierungsstoffe und zusätzlichem Dexpanthenol oder Meersalz, um ein Austrocknen der Nase zu verhindern. Sollte der Druckkopfschmerz zu stark sein und Du benötigst ein Schmerzmittel, dann ist Ibuprofen das Mittel der Wahl, da es zusätzlich zur Schmerzlinderung entzündungshemmend wirkt.

Was tun bei Husten?

Quält Dich Husten, dann ist Bronchipret von Bionorica sehr hilfreich. Bei den Inhaltsstoffen ist es vor allem die Primelwurzel, die hervorragend den Schleim in Deinen Bronchien lösen kann. Thymian wirkt entzündungshemmend und beruhigt den Husten. Im Bronchipret-Saft ist Efeu statt Primelwurzel, der auch sehr gut löst und für Kinder geeignet ist.

Ein Klassiker, der nichts in seiner Wirkung eingebüßt hat, ist eine gute Erkältungssalbe zum Einreiben der Brust und des Rückens. Ich mag Transpulmin sehr gerne, das enthält Cineol, Levomenthol und Camper. Als Asthmatiker bitte keine Erkältungssalbe oder Produkte mit diesen klassischen Erkältungsölen verwenden, da es zu einem Krampf der Bronchien kommen kann. Für Kinder und auch Säuglinge gibt es entsprechende Erkältungssalben (Transpulmin für Kinder und Transpulmin Baby Balsam mild) mit etwas anderen Zusammensetzungen der ätherischen Öle. Sehr angenehm finde ich, dass sich Transpulmin sehr schön auftragen lässt und sehr gut einzieht.

Ebenfalls sehr gut für Kinder ab 1 Jahr ist Fenchelhonig, den man in die Flasche oder den Brei geben kann. Für Säuglinge eignen sich Globuli hervorragend, um den Husten zu lindern. Bei trockenem Husten eignet sich Bryonia D6, bei kruppartigem und bellendem Husten nimmst Du Spongia D6 und für den Erkältungshusten hat sich Bronchobini bewährt, eine homöopathische Mischung. Bitte dosiere die Globuli richtig. Bei akuten Beschwerden gibst Du dem Säugling alle 10-30 Minuten 1 Globuli, abhängig von der Heftigkeit des Hustens, bis sich der Husten beruhigt hat. Üblich ist sonst am ersten Tag alle 60 Minuten 1 Globuli, am 2. Tag alle 2 Stunden 1 Globuli und ab dem dritten Tag 3×1 Globuli täglich.

Und was darfst Du unterstützend einnehmen bei Erkältung, wenn Du schwanger bist?

Was für Säuglinge gut ist, ist auch für Schwangere empfehlenswert. Du kannst die gleichen Globuli einsetzen. Gegen das allgemeine Unwohlsein bei Erkältungen, Kopf- und Gliederschmerzen eignen sich auch Ferrum phosphoricum D6 Als Erwachsene dosierst Du genauso wie bei den Säuglingen, nur dass Du 5 Globuli pro Einnahme nimmst. Sehr empfehlenswert bei allgemeinen Erkältungssymptomen ist auch Infludoron von Weleda, das sind Globuli mit einer homöopathischen Mischung aus Aconitum napellus, Bryonia, Eukalyptus globulus, Eupatorium perfoliatum, Ferrum phosphoricum, Schoenocaulon officinale und Ferrum phosphoricum comp. Hier dosierst Du etwas abweichend von den Einzelmitteln. Säuglinge im 1. Lebensjahr bekommen 3-4x täglich 3-5 Kügelchen, Kinder von 1-5 Jahren erhalten 3-4x täglich 5-10 Globuli, Kinder von 6-12 Jahren bekommen alle 1-2 Stunden 8-10 Kügelchen und Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene nehmen alle 1-2 Stunden 15 Globuli. Und meine Lieblingsempfehlung für Schwangere ist das Emser Nasenspray. Es enthält ein Heilsalz, welches die Nasenschleimhaut befeuchtet und die Nase befreit- nicht so schnell wie ein chemisches Nasenspray, aber die Nase öffnet sich. Da das Emser Nasenspray völlig unbedenklich ist, darf eine Schwangere es so oft anwenden, wie sie möchte. Durch eine besondere Technik in der Sprühflasche ist das Emser Nasenspray nach Anbruch 6 Monate haltbar. Wunderbar für Säuglinge sind die Emser Nasentropfen, die auch das Heilsalz enthalten. Der Tropfer funktioniert nur über Kopf, sprich wenn das Baby liegt. Die Nase des Säuglings wird frei, wird befeuchtet und gepflegt. Auch die Tropfen haben die lange Haltbarkeit von 6 Monaten und das, obwohl sie wie das Emser Nasenspray keine Konservierungsstoffe enthalten.

Mein Lieblingsmittel gegen hartnäckigen Husten ist Tannenblut von Hübner. Der Sirup enthält eine Mischung aus Kiefernsprossen, Salbeiblättern, Pfefferminzblättern, Thymian, Fenchel, Anis, Primelwurzeln und Spitzwegerichkraut– geballte Pflanzenpower für Hals, Rachen und Bronchien. Tannenblut wirkt schleimlösend, reinigt die Atemwege und wirkt regelrecht regenerierend auf die Bronchien. Der Sirup muss nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt werden, da keine Konservierungsmittel enthalten sind. Ausserdem ist er Alkohol- und lactosefrei. Nimm 5 Esslöffel am Tag und lass den Sirup vor dem Herunterschlucken noch etwas im Mund.

Von Tannenblut gibt es auch ein sensationelles Erkältungsbad, was ich jedem empfehle, der kein Fieber hat. Die Komposition aus ätherischen Ölen von Eukalyptus, Koniferennadeln, Pfefferminz und Rosmarin stimuliert Körper und Seele. Für ein Vollbad brauchst Du ca 100ml (= 5 Schraubkappen voll), die Du in den Strahl des einlaufenden Wassers gibst. Die Temperatur des Wassers sollte 32-38° C nicht überschreiten. Nach 10-15 Minuten Badedauer trocknest Du Dich ab und gehst am besten gleich ins Bett. Auf jeden Fall musst Du dafür sorgen, dass Du nach dem Bad nicht mehr kalt wirst. Wegen dem enthaltenen Rosmarin ist das Bad nicht für Schwangere geeignet. Asthmatiker und Kinder unter 2 Jahren dürfen ebenfalls nicht mit Tannenblut baden, da hier Eukalyptus zu einem Krampf der Bronchien führen kann.

Und sonst noch?

Während einer Erkältung lohnt es sich immer, das Immunsystem zu unterstützen. Der Verlauf der Erkältung verkürzt sich und die Symptome werden schwächer. Dein Immunsystem läuft während Deiner Erkrankung auf Hochtouren und freut sich über Hilfe.

„Vitamin C bringt doch nichts!“

, Was hilft wirklich bei Erkältung?

Dieses Vorurteil höre ich immer wieder und möchte es jetzt hier entkräften. Vitamin C gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und wird vom Körper nicht gespeichert. Nehme ich auf einmal zuviel Vitamin C, mehr als mein Körper verwerten kann, dann wird das Vitamin C ungenutzt ausgeschieden. Deswegen ist es sinnvoll, ein Vitamin C-Präparat zu nehmen, was das Vitamin C über den Tag verteilt abgibt oder für eine regelmäßige Einnahme sorgen. Vitamin C schützt Deine Zellen vor oxidativem Stress und unterstützt Dein Immunsystem.

Sehr effektiv ist Zink bei Erkältungen. Als Enzymaktivator ist Zink an mehr als 200 Stoffwechselvorgängen beteiligt, unterstütz ebenfalls das Immunsystem und schützt vor oxidativem Stress. Dein Körper kann Zink nicht selber bilden und verfügt auch nicht über große Speicher. Gerade bei einer Ernährung mit wenig oder gar keinem Fleisch kommt es schnell zu einem Zinkmangel. Man weiß heute, dass ein Großteil der Bevölkerung Zink zusätzlich zuführen sollte. Als „Nebenwirkungen“ verbessert sich bei der Einnahme von Zink das Hautbild, die Haare werden voller und die Nägel fester. Bei der Auswahl eines geeigneten Zinkpräparates achte bitte darauf, dass Du Zinkhistidin bekommst. Histidin ist eine Aminosäure, für die der Körper Transporter hat, so dass das Zink mit dem Histidin aktiv vom Körper aufgenommen wird.

Ich empfehle Zink+Histidin plus Vitamin C von Alsiroyal, das 10mg Zink, 100mg Histidin und 200mg Vitamin C enthält. Die normale Dosierung ist 1x täglich, aber während einer Erkältung kannst Du ruhig morgens und abends 1 Kapsel nehmen.

Ein richtiger Turbo für Dein Immunsystem ist Imupret von Bionorica. Die sieben Heilpflanzen Kamille, Eibisch, Schachtelhalm,Schafgarbe,Walnuss, Löwenzahn und Eiche stimulieren das Immunsystem und stärken so die körpereigene Abwehr. Hier erfährst Du noch mehr zu Imupret.

Bei einer Erkältung ist es wichtig, viel zu trinken, um den Körper bei der Immunabwehr zu unterstützen. Tees sind hier genau richtig, da sie wie eine Wärmflasche von innen wirken. Was sollte Dein Erkältungstee als Inhalt haben? Thymian, Spitzwegerich und Süßholzwurzel sind wirkungsvoll bei Husten, Linden- und Holunderblüten helfen bei fiebrigen Infekten.

„Sei liebevoll zu Dir selbst und kümmere Dich um Deine Gesundheit, Du bist das Wertvollste, was Du besitzt!“

Und nimm Dir bitte Zeit für Dich! Eine Erkältung ist eine Erkrankung und Dein Körper braucht Ruhe, um wieder gesund zu werden. Gönn Dir ein Erkältungsbad, nimm ein gutes Buch mit auf Dein Sofa, schalte mehrere Gänge zurück. Dein Immunsystem arbeitet während der Erkältung auf Hochtouren und nicht umsonst fühlst Du Dich müde und schlapp. Gib Deinem Körper die Ruhe, die er braucht- ansonsten wird Dich der nächste Infekt direkt wieder erwischen!

Hausmittel? Ja bitte!

Heisse Zitrone? Heisser Holundersaft? Wadenwickel bei Fieber? Ja- immer gerne! Unterstützt Euren Körper auch mit alten Hausmitteln. Nur weil etwas alt und überliefert ist, ist es nicht schlecht oder unwirksam.

Immer wieder sieht man im Fernsehen Testkäufe, wo dem Patienten angeblich zu viele Präparate angedreht wurden, da ja ein Nasenspray reichen würde. Mir reicht ein Nasenspray bei einer Erkältung definitiv nicht und ich empfehle meinen Kunden und Euch immer das, was ich für die beste Therapie halte und was ich auch selber nehme. Entscheiden tut jeder für sich selber, aber mein Anliegen ist es, dass Du soweit informiert bist, dass Du für Dich die beste Entscheidung treffen kannst.

Was tust Du, wenn Du erkältet bist? Ich freue mich über Eure Tipps in den Kommentaren…

Kommt gesund durch den Winter, herzlichst

Ann-Katrin