Pränatale Diagnostik- Fluch oder Segen?

Als Schwangere Ü 40 bist du per se eine Risikoschwangere, der häufig die Untersuchungsmethoden der pränatalen Diagnostik ans Herz gelegt werden. Mit dem Fortschritt der Medizin ist es heutzutage möglich, Erb-, aber auch Herz-, Muskel- und Stoffwechselerkrankungen schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft zu diagnostizieren.

Aber ist es immer sinnvoll, solche Untersuchungen machen zu lassen? Wie gehst du als Schwangere mit dem Ergebnis um- egal wie es ausfällt? Auch hier ist es wichtig, sich als Schwangere sachlich zu informieren, damit du eine für dich richtige Entscheidung fällen kannst.

Was gehört denn nun zur pränatalen Diagnostik?

 

Ersttrimester Screening (nicht invasiv):

Setzt sich aus der Nackenfaltentransparenz-Messung (per hochauflösendem Ultraschall) beim Fötus und einer Blutuntersuchung der Mutter, bei der bestimmte Eiweiß- und Hormonwerte bestimmt werden, zusammen. Das Ersttrimester Screening wird zwischen der 11. und 14. SSW gemacht und gibt Hinweise auf eine mögliche Trisomie 21, einige Herz- und andere Fehlbildungen.

 

Chorionzottenbiopsie (invasiv):

Die ambulante Entnahme einer Gewebeprobe der Plazenta kann ab der 11. SSW gemacht werden. Die Zellen der Plazenta enthalten das gleiche Erbgut wie der Fötus und können deshalb für eine Untersuchung des Chromosomensatzes auf Trisomie 21 sowie vererbbare Muskel- und Stoffwechselerkrankungen genutzt werden.

 

Amniozentese (invasiv):

Die Punktion der Fruchtblase durch die Bauchdecke der Mutter wird zwischen der 14. und 17. SSW durchgeführt. Im Fruchtwasser befinden sich kindliche Zellen, deren Chromosomen auf Trisomie 21 und andere Anomalien untersucht werden können. Die Amniozentese gibt zu 90% Aufschluss darüber, ob das Neuralrohr geschlossen ist und über den Säuregehalt des Fruchtwassers bekommt man Hinweise auf die Sauerstoffversorgung des Fötus.

Risiken der invasiven Methoden: Vaginale Blutungen, Infektionen, vorübergehender Fruchtwasserverlust

Du solltest solche Untersuchungen immer von einem erfahrenen Arzt machen lassen.

 

Triple-Test:

Blutuntersuchung, mit einer nur 60%igen Sicherheit, die heute kaum noch eine Rolle spielt.

 

FISH-Test:

Dieser zytogenetische Schnelltest wird nach einer Amniozentese dazu genutzt, die numerische Aberration der Chromosomen 13,18, 21, X und Y innerhalb von 24 Stunden festzustellen.

 

Egal, welche Untersuchung du machen lässt, es gibt keine 100%ige Sicherheit. Trotz Auffälligkeiten kannst du ein gesundes Baby bekommen, aber genauso bleiben gewisse Anomalien trotz moderner Untersuchungsmethoden unerkannt.

Lass keine der Untersuchungen einfach blauäugig machen, sondern setzt dich vorher damit auseinander, was das Ergebnis- egal wie es ausfällt- für dich bedeutet. Informiere dich gründlich, sprich mit deinem Partner, deiner Familie, Ärzten, Hebammen, speziellen Beratungsstellen. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um mit den Entscheidungen als Frau leben zu können.

Es gibt wenige elementare Entscheidungen im Leben- die rund um die pränatale Diagnostik gehören definitiv dazu.

 

Aber mach dir bitte trotz aller möglichen Sorgen auch klar, dass 97% aller Babys in Deutschland gesund zur Welt kommen 🙂

 

Bleib gesund und genieß deine Schwangerschaft!

 

Unterschrift Ann-Katrin

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Von |2018-01-26T11:28:34+00:00November 1st, 2017|Glück und Gesundheit|0 Comments

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