Krampfadern und Hämorrhoiden in der Schwangerschaft- nur lästig oder gefährlich?

„Von wegen Trimenon- in der Schwangerschaft gibt es die Zeit OHNE und MIT Kompressionsstrümpfen.“

Ich bin seit zwei Tagen in der Phase 2, die MIT Kompressionsstrümpfen, angekommen. Oberschenkelstrümpfe nach Maß, im Farbton „Mandel“. Zum Glück sind heutige Strumpfhosen und Strümpfe nicht mehr mit Omas Stützstrümpfen vergleichbar. Das Material ist angenehmer zu tragen und die Farben erinnern auch nicht mehr an die Auslagen in der Metzgerei. Und trotzdem muss ich mich erstmal an das Gefühl gewöhnen, mich mit eingecremten Beinen morgens mithilfe eines Metall-Ungetüms (was irrwitzigerweise den Namen „Engel“ trägt) unter den belustigten Blicken meiner drei Töchter in die strammen Strümpfe zu pellen.

Warum tue ich mir das an?

Ich muss jetzt sogar zehn Minuten eher aufstehen- welche Vorteile haben diese Kompressionsstrümpfe also für mich? Ich lagere jetzt bei weitem nicht mehr so viel Wasser ein in den Beinen, was ich abends deutlich merken kann.

Was aber noch viel wichtiger ist: Ich beuge ernsthaften Venenerkrankungen vor. Während Besenreiser und Krampfadern eher ein kosmetisches Problem sind, kann es in ca. 5% der Fälle zu chronischen Durchblutungsstörungen oder einer Thrombose kommen.

Wie kommt es zu Krampfadern in der Schwangerschaft?

Die wachsende Gebärmutter, aber auch das Baby drücken zunehmend im Laufe der Schwangerschaft auf die Vena cava (die untere Hohlvene), so dass der Blutdruck in den Beinvenen ansteigt. Gleichzeitig sorgt der höhere Progesteron-Spiegel dafür, dass sich die Wände der Blutgefäße entspannen. Sie geben leichter nach und das Blut versackt leichter in den Venen, sichtbar als Krampfadern, die nicht schön aussehen, meistens jedoch harmlos sind und sich nach der Geburt wieder zurückbilden. Ein geringes Restrisiko für eine Thrombose bleibt, wobei die Zeit nach der Geburt da deutlich gefährlicher ist. Bei Schmerzen im Bein, Schwellungen, Rötungen, beschleunigtem Puls, Atemnot und/oder Fieber bitte zum Arzt!

Hämorrhoiden sind im Endeffekt nichts anderes als Krampfadern in der Rektalregion. Manche Frauen haben sogar Krampfadern in der Vulva.

Natürliche Tipps bei Neigung zu Krampfadern:

  • Tägliche Bewegung regt die natürliche Muskelpumpe an, so dass das Blut besser zurück Richtung Herz fließen kann.
  • Füße und Beine so oft es geht hochlegen.
  • Viel auf der linken Seite liegen, da die Vena cava auf der rechten Körperhälfte verläuft.
  • Möglichst auch auf der linken Seite liegend schlafen (mit einem Stillkissen den Körper stabilisieren) und auch nachts die Beine leicht erhöht haben.
  • Möglichst wenig stehen.
  • Nicht mit überkreuzten Beinen sitzen.
  • Kompressionstherapie

Zusätzliche Risikofaktoren für Krampfadern und Hämorrhoiden sind ein höheres Gewicht und Alter.

Eine Entfernung der Krampfadern ist durch eine Operation möglich, sollte aber erst durchgeführt werden, wenn keine Kinder mehr gewünscht sind.

Was ist mit Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden kennt fast jede Schwangere, da sowohl Verstopfung als auch die mangelnde Bewegung (gerade im letzten Trimenon) begünstigend wirken.

Frau bemerkt die Hämorrhoiden an einem unangenehmen Juckreiz in der Analregion, frischem Blut am Toilettenpapier, Schmerzen oder aber am Gefühl der unvollständigen Darmentleerung. Nach der Schwangerschaft bilden sich die Hämorrhoiden oft von alleine zurück, wichtig ist aber, dass sofort mit der Behandlung begonnen wird. Bei starken Schmerzen oder Blutungen ist bitte ein Arzt aufzusuchen.

Wie kann ich Hämorrhoiden vorbeugen?

  • ballaststoffreiches Essen
  • Akazienfasern, Flohsamen, Leinsamen, Trockenobst, Pflaumen
  • viel trinken (2-3 Liter stilles Wasser)
  • wenig sitzen
  • beim Toilettengang die Füße auf einen Hocker stellen
  • starkes Pressen bei Toilettengang möglichst vermeiden

 

Akazienfasern (z.B. Ann-Katrins Darmfit) sind richtig gut, da sie wasserlösliche Ballaststoffe enthalten. Verstopfung ist damit Vergangenheit, ohne aber die lästigen Nebenwirkungen wie Blähungen, die du bei Flohsamen oder Leinsamen oftmals bekommst. Du rührst dir 1-2 Esslöffel Akazienfasern in ein Glas stilles Wasser, rührst um, wartest ein paar Minuten, rührst nochmal um und trinkst das dann aus.

Viele Schwangere entwickeln einen Eisenmangel- nur wirken viele Eisenpräparate leider stopfend. Hier lohnt es sich dann, auf Kräuterblut von Salus umzusteigen.

Behandlung von Hämorrhoiden

Grundsätzlich kann man die Beschwerden mit Zäpfchen und /oder Salbe behandeln, wobei man die Zäpfchen häufig bei innerlichen Hämorrhoiden und die Creme bei äußerlichen Symptomen anwendet.

Ich persönliche finde Hametum-Hämorrhoiden-Salbe mit Hamamelis sehr gut (die Zäpfchen eignen sich prima für nachts), aber mein Geheimtipp ist die NeoFitoroid-Salbe von Aboca. Die ist mit Teebaumöl,  schützt die Schleimhaut und schafft eine ungünstige Umgebung für Mikroorganismen, so dass aktiv Entzündungen vorgebeugt werden.

Aber das Wichtigste sind…

…doch eine entspannte Schwangerschaft und ein gesundes Baby, oder? Und dafür trage ich auch gerne Kompressionsstrümpfe.

Ich wünsche dir nur das Allerbeste,

herzlichst Deine Ann-Katrin

 

 

 

 

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By |2018-01-26T11:27:09+00:00Januar 15th, 2018|Macht das Leben einfacher!|1 Comment

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One Comment

  1. Johanna Januar 21, 2018 at 11:38 pm - Reply

    Ich hatte während der Schwangerschaft auch damit zu kämpfen – wirklich sehr unschön. Die NeoFitoroid-Salbe hat mir auch super geholfen. Habe auch Sitzbäder gemacht und Magnesium zu mir genommen. War so froh, als sie wieder weg waren!

    LG, Johanna

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