Heute morgen fand mich auf Facebook ein interessanter Post von Veit Lindau:

Wahre Worte.  Sie bedeuten“Lass dich nicht aufhalten“, „Glaub an dich“ und „Bleib dir selber treu“.

Das ist alles, nur nicht einfach. Du brauchst Mut und den festen Glauben an dein Ziel.

Frühe Träume

Als ich so alt war, wie meine kleine Elisabeth jetzt, wollte ich Schlagersängerin werden. Kurze Zeit später dann doch lieber Sekretärin.
Nach meiner bestandenen Abi-Prüfung begann ich Germanistik, Geschichte und Politik zu studieren- allerdings nicht auf Lehramt, denn ich wollte Journalistin werden. Rausgehen, Stories aufdecken, Ungerechtigkeiten mit der Kraft der Buchstaben anprangern und bestenfalls aus der Welt schaffen.

Und dann kamen die Meinungen, Erziehungsmuster, gut gemeinten Ratschläge:

„Studiere doch Pharmazie. Da bist Du was. Stellst was dar. Wenn Du mal Kinder bekommst, bist Du weiterhin Apothekerin, Deine Approbation kann Dir keiner nehmen. Was willst Du denn machen mit Germanistik, Geschichte und Politik? Taxifahrerin? Journalistin? Mach Dich doch nicht lächerlich.“

Die Worte nahmen mir jedes Selbstvertrauen, jeden Schwung. Sie ließen die Luft aus meinen Wünschen und machten daraus unerreichbare Illusionen.

Ich kannte die Welt der Apotheke, mein Großvater mütterlicherseits und mein Vater sind Apotheker. Ich bin in der Apotheke aufgewachsen. Im Büro meines Vaters hing dieses Foto: Ich mit drei Jahren, kurze blonde Locken in einem rot-weißem Oberteil mit großem Eifer an der Schreibmaschine. Ich sehe das Bild noch deutlich vor mir.

Der Wechsel zum Pharmaziestudium

Ich brach mein Studium der Geisteswissenschaften ab, bewarb mich bei der ZVS für einen Studienplatz in Pharmazie.

„Ja, das stimmt schon. Vielleicht wird das Studium hart, aber dann hab ich einen Abschluss, den mir keiner wegnehmen kann. Dann kann ich die elterliche Apotheke übernehmen. Schluss mit Träumereien.“

Zum Sommersemester 1994 bekam ich einen Platz an der Freien Universität Berlin. Ich brach meine Zelte in Münster ab, ließ mein interessantes Politologiestudium und neue Freunde zurück.

Die ersten Jahre in Berlin waren hart. Sehr hart. Das Studium war für mich die Hölle, da ich in den Naturwissenschaften keine Leuchte war: Physik nach der 10. Klasse abgewählt, Chemie aus dem Kurs geflogen (Der Lehrer bot mir einen Deal an: „Wenn Sie meinen Kurs verlassen, bekommen Sie 4 Punkte im Halbjahres-Zeugnis. Das kann sich ja keiner mit ansehen.“) und im Abitur in Biologie gerade mal 4 Punkte nach Hause gebracht.
Die erste Vorlesung in Chemie endete für mich nach 10 Minuten mit den Worten des Professors „Das war ihr Leistungskurs-Wissen Chemie, jetzt fangen wir mal richtig an.“

Eigentlich dauert das Grundstudium Pharmazie 4 Semester (2 Jahre), da ich allerdings in den entscheidenen Klausuren immer zu wenig Punkte hatte, brauchte ich 4 Jahre dafür (man konnte sitzen bleiben, so wie in der Schule), studierte dafür nur im Winter und ging im Sommer jobben.

Meine Eltern fragten mich immer wieder, ob ich denn nicht aufhören will, da ich mich ja so quälen würde, aber ich machte weiter. Ich wollte nicht noch ein Studium abbrechen.
Nach dem 1. Staatsexamen wurde es im Hauptstudium deutlich besser, denn jetzt ging es um die Pharmakologie und die Medizin. Ich blühte regelrecht auf, das waren meine Themen. Es war immer noch schwer und das Pensum war riesig, aber ich spürte so etwas wie Berufung. Noch ganz zart, aber nicht mehr überhörbar. Das versöhnte mich mit dem Pharmazie-Studium.

2002 machte ich mein 3. Staatsexamen und auch heute, wenn ich diesen Text hier schreibe, spüre ich, wie dankbar und stolz ich auf diesen Abschluss bin. Er hat mich unzählige Tränen, Verzweiflung, Wut, Angst und Arbeit gekostet, aber das war es wert. Ich wußte jetzt- wenn du etwas wirklich willst, dann schaffst du es auch!

Ich habe die übermenschlichen Kräfte gespürt, die in jedem von uns sind, die allerdings nur manchmal herausbrechen.

Meine Selbstständigkeit

2006 übernahm ich die elterlich Apotheke und war mir sicher, dass ich jetzt meine Berufung voll ausleben kann. Selbstständig, unternehmenslustig, mutig- ich erlaubte mir, mein Unternehmen immer wieder neu zu erfinden. Mal mit Erfolg, mal mit Lerngeschenk

Mit den Jahren änderte sich vieles. Ich bekam zwischen 2008 und 2018 vier wunderbare Töchter.
Die Welt der Apotheken veränderte sich immer schneller und drastischer. Berge von Papierkram, gesetzlichen Anforderungen, Lieferengpässe, Retax durch Krankenkassen- für meine Berufung, die Arbeit mit den Patienten blieb immer weniger Zeit.

Durch die Anwesenheitspflicht waren 60 Wochenstunden Alltag, meine Zwillinge haben wenig von mir gehabt, da sie mehr Zeit mit den Großeltern verbrachten.

Meine Unzufriedenheit wuchs mit den Jahren. Ich wollte nicht nur den kurzen Kundenkontakt, kein „Tüte, Umschau, raus“. Die Schulmedizin und damit die Medikamente haben in bestimmten Fällen ganz klar ihre Berechtigung, aber ganz gesund machen sie dich nicht.

WAS HEISST GESUND?

Diese Frage stellte ich mir immer öfter, wenn ich durch die reine Abgabe von Arzneimitteln lediglich geholfen habe Symptome zu lindern.
Ich machte mehrere Coaching-Ausbildungen, fing an, meine Kunden ganzheitlich zu beraten und zu begleiten. Und da blitzte sie wieder durch den Alltagsfrust hindurch: meine wahre Berufung.

Das Schließen der Apotheke

Ende 2017 fiel dann der Entschluss: Ich werde meine Apotheke, das Familienunternehmen, schließen. Ich war schwanger mit unserer Tochter Carlotta, die Beratungen und Coachings waren erfolgreich etabliert. ich musste mich entscheiden, da auch mein Tag überraschenderweise nur 24 Stunden hat.

Ich entschied mich. Gegen das Ansehen als selbstständige Apothekerin, gegen das gut gehende Familienunternehmen, gegen eine Arbeit, die jeder braucht.

Ich entschied mich. Für meine Familie, für meine Berufung, für mein Herzensbusiness, was so dringend wie noch nie gebraucht wird.

Wieder kamen die Meinungen, die Bewertungen, die gut gemeinten Ratschläge:

„Ach, die ist doch bestimmt pleite, warum sollte sie sonst die Apotheke schließen. Was macht die jetzt? Coaching? Das braucht doch keiner. Schon schade, die war ja Apothekerin, da ist man ja schließlich wer. Was sagen denn die Eltern dazu? Das muss ja sehr hart für sie sein.“

Mein Vater sagte nichts dazu. Bis heute redet er nicht mit mir. Oberflächlichen Smalltalk, aber es steht sehr viel Ungesagtes zwischen uns.

Der Neuanfang

2018 war ein bedeutendes Jahr für mich. Die Schließung der Apotheke, die Geburt von Carlotta und das Anknipsen meines Lichtes (so nenne ich es). Als ausgebildeter wingwave-Coach arbeitete ich bereits mit kinesiologischen Tests, aber jetzt war es so, als würde der Turbo angezündet.

Ich begann aktiv mit meinem himmlischen Team zu arbeiten, zu meditieren, mich zu öffnen.

Ich arbeite heute naturwissenschaftlich und spirituell mit meinen Klienten. Durch diese ganzheitliche Herangehensweise erreiche ich ganz andere Ergebnisse. So, dass ich zufrieden bin. Kein auf den Symptomen herumdoktern und mit einer Pille alles erledigen.

Ich arbeite mit Engelkarten, Numerologie, verbinde mich energetisch mit meinen Klienten und kreiere Meditationen mit gechannelten Affirmationen.
Ich arbeite mit Stuhlanalysen, Medizinprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln. Erkläre die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge und rate, wenn nötig, auch zu Medikamenten.

Auf meiner Schulter sitzt kein schwarzer Rabe. In meiner Coachingpraxis gibt es keine Räucherstäbchen (obwohl ich regelmäßig räuchere) und ich kann auch keine Gedanken lesen.

Ich bin eine Apothekerin aus Leidenschaft, die all ihr Wissen und ihre Talente einsetzt, um Reizdarm-Patienten ganzheitlich zu begleiten. Ich bin die spirituelle Apothekerin.

 

Und wieder kommen die Meinungen, die Bewertungen, die gut gemeinten Ratschläge:

„Spirituelle Apothekerin? Was soll das denn sein? Jetzt spinnt sie aber völlig. Apotheker ist so ein ehrwürdiger Beruf, wie kann sie das so in den Dreck ziehen? So was ist keine Apothekerin. Esoterik-Gehampel. Alles Humbug. Wer braucht denn sowas?“

Ich spürte etwas durchblitzen, als ich im Dezember meine Positionierung schärfte. „Die spirituelle Apothekerin“- da ist soviel Kraft drin, es drückt meine Berufung zu 100% aus, gerade in der Kombination mit dem Thema „Reizdarm“.
Ich war und bin begeistert, aber mein Herz spürt die Angst, die durchblitzt.

Die Angst vor den Meinungen, den Bewertungen, den gut gemeinten Ratschlägen. Die Angst, nicht dazuzugehören, abgelehnt zu werden, alleine zu stehen.

Aber die Box ist offen, ich lasse mich auf meinem Weg in meine wahre Größe nicht mehr aufhalten. Zu Menschen, die mich bewerten, die mich abwerten, will ich gar nicht gehören.

Mein Herz gehört denen, die neugierig sind, die offen sind und die mich schätzen- privat und beruflich💝

Mein Wissen gebe ich Menschen, die mir zuhören möchten, die mir vertrauen und die einen Stück ihres Weges mit mir gehen wollen.

Alle anderen dürfen IHRE Meinungen, Bewertungen und gut gemeinten Ratschläge nehmen und einfach weitergehen.

Lebst du schon deine wahre Größe?

Alles Liebe, Ann-Katrin
Die spirituelle Apothekerin